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Entwicklung eines neuen Lagerkonzeptes für das Ausbesserungswerk der DB Regio AG München Pasing

 

Ausgangssituation

Im Ausbesserungswerk München Pasing werden aktuell an die 150 verschiedene Zuggarnituren gewartet und repariert. Um eine schnelle Instandsetzung der Züge, binnen eines Zeitfensters von ca. 5 Stunden, gewährleisten zu können, müssen sehr viele verschiedene Artikel am Standort bevorratet werden. Auf Grund gewachsener Strukturen, der Vielzahl von Teilen und baulicher Beschränkungen vor Ort ergeben sich für das Lager eine Reihe von Schwachstellen, die den Arbeitsablauf beeinträchtigen. Neben langen Wegezeiten der Mitarbeiter können im derzeitigen Lager manche Artikel, wie beispielsweise Glasscheiben oder Sitzgarnituren, nicht fachgerecht eingelagert werden und es besteht die Gefahr der Beschädigung.Die derzeitige Betriebsstruktur erfüllt außerdem nicht die Anforderungen der Unfallverhütungs- und Brandvorschriften. Zur Beseitigung der langen Fluchtwege und des geringen Gleismittenabstands  sind umfassende Umbaumaßnahmen der gesamten Halle notwendig.

Projektziel

Das aktuelle zentrale Lager muss durch den Gesamthallenumbau aufgelöst werden, da die darunter liegenden Gleise reaktiviert werden. Das Sortiment sollte nach Möglichkeit in der Halle auf den neuen Flächen, die durch Abdeckung von Gleisen zur Einhaltung der Mindestabstände der Unfallverhütungsvorschriften entstehen, gelagert werden. Wichtig für die Konzepterstellung war die Einhaltung der geforderten Brandschutzvorschriften sowie eine Reduzierung des Artikel-spektrums sowie eine Verbesserung der Artikelbuchungstreue im SAP.

Vorgehensweise

Grundlage für die Konzepterstellung war eine Ist-Analyse des Lagers und der Materialflüsse in der Werkshalle. Hierzu wurden die Lagerbewegungen sowie die Materialverbuchung in Kombination mit den Hallenbelegungsplänen aus SAP R2 und R3 ausgewertet. Das Lagersortiment wurde in verschiedene Verbrauchs- und Größenklassen eingeteilt und den jeweiligen Verbauorten in der Halle zugeteilt.

Durch eine Schwachstellen­analyse und den Beobachtungen vor Ort  wurden Rationali-sierungspotenziale in den Lagerprozessen aufgedeckt. In den weiteren Projektphasen wurden verschiedene dezentrale und auch zentrale Lagerkonzepte entwickelt und hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit sowie dem zu erwartenden Nutzen bewertet.

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Abbildung 1: Sankey Diagramm des Materialflusses

Projektergebnisse

Für die Bevorratung der Artikel wurden verschiedene dezentrale Lagerbereiche in der Halle analog zu den Hauptverbauorten definiert.

  • Lagerbereich Achse
  • Lagerbereich Nahverkehr
  • Lagerbereich Fernverkehr
  • Lagerbereich Batteriepuffer
  • Lagerbereich WC Artikel

Bei der dezentralen Lagervarianten wurden sowohl Lagerbereiche für Kleinteile, die in verschiedenen Ladehilfsmitteln gelagert werden definiert. Als Lagereinrichtung für diese Artikel stellte sich nach der Nutzwertanalyse ein Lagerlift- bzw. Shuttlesystem (siehe Abbildung 3) als die geeignetste Lösung heraus. Für Artikel die auf Grund ihrer Größe oder des Gewichtes auf Paletten bzw. in Gitterboxen gelagert werden müssen wurden zusätzliche dezentrale Palettenregallager definiert. Zur Sicherung der Artikel wurden sowohl die Shuttleregalsysteme als auch die Deichselhubwägen mit einer Identifikationsmöglichkeit ausgestattet, um den unberechtigten Zugriff auf die Artikel durch Personal von anderen Unternehmen (z.B. Reinigungsfirmen) zu unterbinden. Die Einführung der Zugriffskontrolle ist notwendig, da in dem Gesamtlagerkonzept eine direkte Entnahme der Artikel durch die Handwerker ohne zusätzliches Lagerpersonal zur Warenausgabe angedacht wurde.


 
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Abbildung 2: Dezentrales Lagerkonzept mit Shuttle RegalsystemenAbbildung 3: Shuttle XP [Quelle: Kardex]

 

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