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Equipment Information System (EIS) - Datenbankgestützter Baumaschinenkatalog

 

Motivation

Vor allem in größeren Baufirmen mit umfangreichem Gerätepark stellt sich das Problem, das richtige Gerät für einen Einsatzfall zu finden. In der Regel bestellt die Baustelle ihre Geräte nach bestimmten Kriterien bei der Dispositionsabteilung. Um herauszufinden, welches Gerät die geforderten Kriterien erfüllt, kann auf Papierkataloge, Herstellerdatenblätter und Prospekte zurückgegriffen werden. Die Probleme solcher Unterlagen sind bekannt: Aktualität, Verfügbarkeit (vor allem auf der Baustelle) sowie Aufwand für Vervielfältigung und Verbreitung. Benötigt ein Bauleiter zusätzliche Baumaschinen oder Geräte, sind Telefonate mit der Maschinenverwaltung und Disposition zur Klärung der Bedarfsanfrage erforderlich.

Konzept und Umsetzung

Der Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik fml der TU München entwickelte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Baufirmen unter der Schirmherrschaft des KompetenzZentrums Bau Neumarkt ein datenbankgestütztes Informationssystem für Baumaschinen und Baugeräte.
Hierbei wurde besonders auf eine möglichst einfache Struktur geachtet, die einen problemlosen Betrieb und die einfache Erweiterung gestattet. Die Geräte sind nach Gruppen, zu denen beliebige Beschreibungsparameter frei definiert werden können, abgelegt. Die Parameter lassen sich nochmals in Kategorien zusammenfassen und sind jederzeit änder- und erweiterbar. Folgende Arten von Parametern stehen zur Beschreibung der Geräte im System zur Verfügung:

  • Technische Daten, wie z.B. Abmessungen, Gewichte, oder Leistungsangaben.
  • Ja-/Nein-Informationen speichern z.B. das Vorhandensein einer bestimmten Geräteeigenschaft.
  • Grafiken um z.B. Maschinenbilder, Grabdiagramme von Baggern oder technische Zeichnungen ablegen zu können.
  • Zusatzausstattungen der Geräte, wie z.B. Klimaanlage oder Bioölfüllung.
  • BGL-Informationen der BGL 2001.
  • Infofelder können längere Texte für Zusatzinformationen aufnehmen.
  • Internet-Links zum Hersteller des Geräts sind möglich.
  • Über firmeninterne Links können z.B. wichtige behördliche Zulassungsdokumente oder Montageanleitungen für jede Baustelle verfügbar gemacht werden.
Aufbau des Informationstools

Das EIS ist sowohl für die Nutzung mit einer MySQL- als auch mit einer Oracle-Datenbank vorgesehen. Der Zugriff der Anwender erfolgt ausschließlich über benutzerfreundliche Masken, auf die via Internet zugegriffen wird. Die Eingabe- sowie die Nutzeroberfläche sind als Java-Applikation ausgeführt. Somit stellt das EIS einen internetbasierten, datenbankgestützten Gerätekatalog dar, der die Papierordner ablösen kann.

Ablauf der Geräteauswahl

Der Mitarbeiter sucht sich im EIS die gewünschten Geräte aus und schickt seine Anfrage per E-Mail an den jeweiligen Disponenten. Dieser kann dann beratend zur Seite stehen und das gewünschte oder ein ähnliches Gerät reservieren.

Vorteile des EIS

Damit wird der Papierkatalog mit allen oben genannten Nachteilen überflüssig. Das EIS steht per Internet weltweit jedem Mitarbeiter in mehreren Sprachen zur Verfügung. Änderungen oder Neueinträge erfolgen einmal zentral und werden bei der nächsten Anfrage ohne Zutun der Mitarbeiter berücksichtigt. Der größte Vorteil des EIS liegt aber in der Zeitersparnis und Arbeitserleichterung bei der Gerätesuche.

Betrieb

Um mit dem EIS arbeiten zu können, ruft der Benutzer die entsprechende Internetseite auf. Die Seiten können mit Benutzername und Passwort geschützt, aber auch frei ins Intra- oder Internet gestellt werden. Nach Aufruf des EIS erscheint die Hauptübersicht, d.h. die Gerätegruppen werden als Baumstruktur angezeigt. Innerhalb der Gruppen listet das EIS alle hinterlegten Gerätetypen. Somit ist der schnelle Zugriff auf ein bestimmtes Gerät gewährleistet.

Benutzerprogramm

Mit Hilfe des EIS kann ein Mitarbeiter bestimmte Suchparameter gezielt begrenzen oder nur die Geräte anzeigen lassen, die über eine bestimmte Zusatzausstattung verfügen. Ist es z.B. im Zuge von Baumaßnahmen erforderlich, einen Bagger in einer Tiefgarage einzusetzen, kann sich der Nutzer alle Bagger anzeigen lassen, deren Betriebshöhe eine derartige Verwendung zulassen. Dürfen zudem aus Umweltschutzgründen nur Geräte mit Bioölfüllung verwendet werden, gibt der Nutzer als Sonderausstattung „Bioöl" an und erhält somit eine Liste aller Geräte, die sowohl die Höhenvorgabe erfüllen, als auch über Bioölfüllung verfügen. Im Anschluss an die Suche kann sich der Nutzer alle hinterlegten Informationen der in Frage kommenden Geräte nach Kategorien geordnet anzeigen lassen.
Die vorgegeben Wunscheigenschaften fließen als UND-Verknüpfung in die Suche ein. Das Suchergebnis enthält also alle Mobilbagger deren Einsatzhöhe im gewünschten Bereich liegt UND die über Bioöl verfügen. Hat der Benutzer ein passendes Gerät gefunden, kann er es in einem Warenkorb ablegen. So besteht die Möglichkeit, mehrere Geräte zu speichern. Vor dem Absenden der Geräteanfrage überprüft der Benutzer den Inhalt des Warenkorbs und entfernt hieraus alle nicht mehr gewünschten Geräte. Über „Bestellung abschicken" fragt das EIS die erforderliche Stückzahl und den Einsatzzeitraum der Geräte ab und öffnet eine Maske, in die Informationen zum Einsatzort, Baustellenbezeichnung, Kostenstelle oder Projektnummer eingegeben werden können. Via E-Mail sendet das EIS die Daten direkt an die Dispositionsabteilung.

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Zusammenfassung

Die Mitarbeiter einer Baufirma haben über das EIS einen einfachen und schnellen Zugriff auf ihren Baumaschinen- und Gerätebestand. Damit steht ein leistungsstarkes Werkzeug zur Verfügung, das die Mitarbeiter unterstützt und die Geräteauswahl erheblich vereinfacht. Das heißt, Baustellenplanungen, Angebote und Anfragen lassen sich wesentlich schneller und kostengünstiger durchführen. Darüber hinaus können Zugriffsrechte an ARGE-Partner oder andere Bauunternehmen vergeben werden, wodurch sich große Synergieeffekte beim Baumaschineneinsatz ergeben. Firmen mit großem Gerätepark können mittels des EIS ungenutzte Geräte einem großen Interessentenkreis zur Vermietung anbieten und so die Auslastung der teuren Spezialmaschinen steigern. Maschinenverleiher oder Hersteller können über das EIS ihre Maschinen anbieten. Interessenten finden so schnell die richtige Maschine für den gewünschten Einsatzfall. Die Unternehmen können weltweit immer auf aktuelle Daten zurückgreifen, die nur noch zentral gepflegt werden müssen.

 

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Ansprechpartner 

Lehrstuhl fml
Technische Universität München
Boltzmannstraße 15
D-85748 Garching

 

kontakt@fml.mw.tum.de

 

Projektpartner

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Bayerische Bauakademie

 

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Kompetenzzentrum Bau Neumarkt