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Lebenszykluskosten intralogistischer Systeme

 

Ausgangssituation

/fml/images/Forschung/Lebenszykluskosten Intralogistik/akl_kleinteileregal.jpgGlobaler Wettbewerb und der stetig steigende Kostendruck verlangen innerhalb aller Unternehmensbereiche nach einer konsequenten Optimierung der Wirtschaftlichkeit. In diesem Zusammenhang zeigt sich vermehrt auch die kostenbezogene Betrachtung der Intralogistik als entscheidender Faktor. Intralogistische Systeme können dabei insofern einen Wettbewerbsfaktor darstellen, als dass diese den innerbetrieblichen Material- und Informationsfluss sichern und damit eine erfolgreiche Lieferkette ermöglichen. Daraus resultieren von Seiten des Herstellers wie auch des Betreibers hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit dieser Anlagen.

 

Problemstellung

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Obwohl ein Großteil der gesamten über die Lebensdauer anfallenden Kosten und somit wesentliche Teile des wirtschaftlichen Optimierungspotenzials intralogistischer Systeme der eigentlichen Betriebsphase zugerechnet werden können, erfolgt die Investitionsentscheidung dennoch häufig allein auf Basis der Anschaffungskosten. Durch diese Reduzierung auf initial anfallende Kosten besteht die Gefahr, wesentliche Parameter, etwa bzgl. der Kosten für Instandsetzung oder für den Energieverbrauch, außer Betracht zu lassen und im Rahmen der Investitionsentscheidung eine suboptimale, über den gesamten Lebenszyklus hinweg weniger nachhaltige Alternative zu präferieren. Die zentrale Ursache dieser Problematik wird dabei jedoch nicht in der fehlenden Kenntnis über den Ansatz der Lebenszykluskostenrechnung, sondern in der Notwendigkeit eines allgemeingültigen Lebenszykluskostenmodells für die Intralogistik gesehen.

Zielsetzung

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Die Zielsetzung des Projekts ist die Entwicklung eines Lebenszykluskostenmodells für intralogistische Systeme. Das Modell soll auf Basis einer ganzheitlichen, adaptiven und somit auf alle Systemkomponenten anwendbaren Rechenstruktur sämtliche über den Lebenszyklus anfallenden Kosten intralogistischer Systeme umfassen und diese mithilfe fundierter Berechnungsfunktionen abbilden. Das Modell soll weiterhin in einem Software-Werkzeug umgesetzt werden. Eine strukturierte Aufarbeitung der im Rahmen der Modellerstellung und -umsetzung identifizierten Schwachstellen und Potenziale sowie die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen runden das Vorhaben ab und bieten einen definierten Ansatzpunkt für eine weiterführende praxisorientierte Bearbeitung der vorgestellten Thematik.

Das Modell berücksichtigt neben der Berechnung der Lebenszykluskosten eine Betrachtung der Ausfallkosten, der technischen Verfügbarkeit nach VDI 3581 sowie der instandhaltungsgerechten Projektierung. Zwischen den genannten Untersuchungsfelder herrschen Abhängigkeiten und Wechselwirkungen, die im Rahmen einer Systembetrachtung und eines Systemvergleichs von erheblicher Bedeutung sind und daher in die Untersuchung aufgenommen werden. Somit wird ein transparentes Kostenverständnis bereits während der Konzeption und Projektierung der Systeme geschaffen.


Vorgehensweise

Die Bearbeitung des Projekts gliedert sich in fünf Arbeitspakete. Nach Klärung der Projektziele werden im ersten Arbeitspaket die relevanten Lebenszykluskostenarten von intralogistischen Systemen identifziert. Unter „relevant“ ist die Gegebenheit zu verstehen, wie sich eine bestimmte Lebenszykluskostenart als „Stellhebel“ der gesamten Lebenszykluskosten in der Planungsphase auswirkt bzw. wie sich die Höhe einer Lebenszykluskostenart in Relation zu den gesamten Lebenszykluskosten des intralogistischen Systems beschreiben lässt. Innerhalb dieses Arbeitspakets erfolgt im ersten Schritt eine Klassifizierung der Kostenarten bezüglich ihres zeitlichen Anfalls. Anschließend werden anhand von ausgewählten Projektkalkulationen Erkenntnisse über die Struktur der Lebenszykluskosten von intralogistischen Systemen gewonnen.

Basierend auf der Identifikation der relevanten Lebenszykluskostenarten, werden im zweiten Arbeitspaket die relevanten Einflussgrößen ermittelt. Dabei kann es sich um konstruktive, betriebliche oder betriebswirtschaftliche Größen handeln. Anschließend wird eine Methodik hergeleitet, mit der es möglich ist, die ermittelten Einflussgrößen, die in der Planungs- und Projektierungsphase festgelegt werden, hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die Lebenszykluskostenarten bereits in der Planungsphase des intralogistischen Systems zu bewerten. Dabei muss beachtet werden, welche Informationen in der Planungsphase zur Verfügung stehen. Auf Basis der Identifikation der relevanten Lebenszykluskostenarten und deren Einflussgrößen, die während der Planungs- und Projektierungsphase festgelegt werden, werden anschließend die Berechnungsverfahren für die Lebenszykluskostenarten festgelegt. Die Berechnungsverfahren werden abschließend in ein Lebenszykluskostenberechnungsmodell für intralogistische Systeme implementiert. Im Arbeitspaket drei wird das entwickelte Modell auf dessen Prognosegüte hinsichtlich den gesamten Lebenszykluskosten untersucht. Dies erfolgt anhand einer Vergleichsrechnung von Soll- und Ist-Kosten auf Basis eines realen Projekts.

Sämtliche Erkenntnisse aus den vorhergehenden Arbeitspaketen und das entwickelte Modell werden in Arbeitspaket vier zusammengefasst. Das Modell selbst wird für eine praxisnahe Anwendung in ein Software-Werkzeug überführt. Im fünften Arbeitspaket wird das Software-Werkzeug hinsichtlich Anwendbarkeit und Prognosegenauigkeit evaluiert sowie Verbesserungspotenziale abgeleitet.                                                                        /fml/images/Forschung/Lebenszykluskosten Intralogistik/Unbenannt2b.jpg

 

Dieses Forschungsprojekt wurde von der Dr. Friedrich Jungheinrich-Stiftung gefördert.

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Ansprechpartner

Friederike Rechl, M.Sc.

 

Tel  +49.89.289.15938
Fax  +49.89.289.15922
E-Mail: friederike.rechl@tum.de

Raum MW 0509

 

 Förderung

 

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