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Kennzahlensystem Materialflusseffizienz in der Automobillogistik

 

 

Ausgangssituation und Zielsetzung

Über alle Industriezweige hinweg lässt sich in den letzten Jahren ein verschärfter Wettbewerb feststellen, der zu einer gesteigerten Kundenorientierung und damit unter anderem zu verstärkter Produktdifferenzierung führt. Für den Betrachtungsbereich der Automobilindustrie führt dies unter anderem zu einer gesteigerten Modell- sowie Ausstattungsvariantenkomplexität. Andererseits wird auch der Einhaltung des zugesagten Liefertermins erhöhte Bedeutung beigemessen. Um diesen Anforderungen bei erhöhtem Kostendruck sowie bei steigenden Stückzahlen wirtschaftlich gerecht werden zu können, werden neue Produktionssysteme eingeführt, die nach Lean-Prinzipien gestaltet sind. Speziell auch die Logistikbereiche der Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, sich dem geänderten Umfeld anzupassen und entsprechende Konzepte zu entwickeln bzw. bestehende anzupassen.

Neben der eigentlichen Konzipierung und Realisierung eines Logistikkonzeptes gilt es auch dessen Effizienz mess- und bewertbar zu machen sowie Abhängigkeiten, beispielsweise die Einhaltung von Randbedingungen aus anderen Bereichen, aufzuzeigen. Darauf aufbauend ist zu klären, wie ein gesamtprozessorientiertes und über alle Hierarchiestufen einsetzbares Kennzahlensystem auszugestalten ist, das auch die Identifikation kontinuierlicher Verbesserungspotenziale in Logistikprozessen sowie die Bewertung von Planprozessen ermöglicht.

 

Konzeptbild Kennzahlensystem
Abbildung 1: Konzeptbild Kennzahlensystem

 

Handlungsfelder

Für die Definition des Mess- und Bewertungskonzepts für logistische Prozesse stellen sich unter anderem die folgenden Fragen, die im Rahmen des Forschungsprojektes zu beantworten sind:

  • Wie muss ein geeignetes Konzept ausgestaltet sein, das die Logistikeffizienz und -effektivität vor dem Hintergrund der aktuellen Anforderungen mess- und bewertbar macht?
  • Wie ist dieses – vor allem vor dem Hintergrund der Messung von nach „Lean“-Gedanken ausgerichteten Prozessen – auszugestalten?
  • Stehen für die Entwicklung des Kennzahlensystems erforderliche Daten und deren Messpunkte zur Verfügung?
  • Wie muss dieses definiert sein, um auch die Einhaltung von Randbedingungen, die einen Einfluss auf die Effizienz und Effektivität haben, transparent zu machen (z.B. Umsetzungsgrad des Logistikkonzepts, Einhaltung Randbedingungen des Produktionssystems)
  • Welche Anforderungen müssen erfüllt sein, um aus den gemessenen Ergebnissen mögliche Verbesserungsansätze abzuleiten?

 

Vorgehensweise

Da für das Projekt - den Empfehlungen der Literatur folgend - eine Top-Down-Vorgehensweise angestrebt wird, soll zunächst im Rahmen des ersten Arbeitspaketes eine Analyse der an die Logistik gestellten Anforderungen erfolgen. Diese sind dabei aus den im Konzern definierten strategischen Zielen für die Produktion sowie den daraus abgeleiteten Logistikzielsetzungen im Speziellen zu ermitteln und in einen geeigneten Zusammenhang zu bringen. Im Anschluss gilt es, im Rahmen der Analyse der Anwender- sowie der Einsatzfälle eine Definition der Anforderungen an das zu erstellende Konzept vorzunehmen. Dabei wird der Gestaltungsrahmen für das Konzept festgelegt. Vor der Ausarbeitung des Konzepts sind zunächst abschließend die definierten sowie aktuell umgesetzten Logistikprozesse und -funktionen zu analysieren und daraus erste Vorschläge für Messpunkte abzuleiten. Darauf aufbauend ist ein geeignetes Konzept auszuarbeiten, das alle Anforderungen speziell vor dem Hintergrund der Praxistauglichkeit erfüllt. Dies ist dabei parallel durch erste Praxisanwendungen sicherzustellen. Begleitend erfolgt die Integration der definierten Messstellen in die Prozesslandschaft, um die benötigten Daten bereitzustellen. Nach der Definition des Konzeptes, möglicher Kennzahlen sowie der Integration der benötigten Messpunkte in die Konzeptbeschreibung erfolgt die Validierung des Konzeptes im Rahmen es ersten Demonstrators. Aufbauend auf die Evaluierungsphase sind evtl. Anpassungen in das Konzept zu integrieren, bevor der Rollout eines geeigneten IT-Werkzeugs sowie die Einbindung der Produktionsstandorte durch den Projektpartner einzuleiten ist.

Abbildung 2: Projektvorgehen
 
 

Projektpartner

Das Projekt zur Entwicklung eines Kennzahlensystems zur Messung und Bewertung der Materialflusseffizienz wird als Forschungsprojekt mit der Konzernlogistik der Volkswagen AG durchgeführt.

 


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Ansprechpartner

Lehrstuhl fml
Technische Universität München
Boltzmannstraße 15
D-85748 Garching

 

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